Selbstständiges Lernen
An unserer Schule findet Frontalunterricht eher selten statt. Wir sind bemüht, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Wissen überwiegend durch selbststän- diges Lernen erwerben. Hierbei können sich die Schüler viel besser als beim Frontalunterricht über bestehendes und fehlendes Wissen klar werden und das Fehlende erarbeiten.

Schon vor 2500 Jahren wusste Konfuzius um die Bedeutung des selbstständigen Lernens: „Sag‘ es mir und ich werde es vergessen. Zeig‘ es mir und ich werde mich vielleicht daran erinnern. Lass‘ es mich selber tun und ich werde es verstehen.“
Die heutige Lernforschung bestätigt diese alte Weisheit: Man behält
- 20% von dem, was man hört,
- 30% von dem, was man sieht,
- 70% von dem, was man sagt und
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90% von dem, was man selbst tut. Selbstständiges Lernen berücksichtigt zudem unterschiedliche Begabungen, Lerntempi, Interessen und Neigungen. Dabei dürfen und sollen Fehler gemacht werden . Wir wissen, dass wir dann erst zu lernen anfangen, wenn wir Fehler machen, wenn etwas nicht aufgeht, wenn Muster nicht mehr greifen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Schülerinnen und Schüler genial sein können, wenn es um Lösungsstrategien geht. Wir wissen, dass Fehlerverbote Entwicklungsverbote wären.

In diesen selbstständigen Lernsituationen dürfen unsere Kinder also neugierig sein, Neues erforschen und ausprobieren. Das ist Lernen ohne Druck, unsere Kinder sind locker und entspannt und kommen lieber zu uns als in eine herkömmliche Schule, in der es permanent nur Leistungssituationen gibt, in denen sie durch den Lehrer einer ständigen Bewertung, mithin auch einem ständigen Druck ausgesetzt sind. |
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Nach dem Motto „Nur wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, wird später sein Leben meistern“ ist jedes Kind unserer Schule für seinen eigenen Lernprozess verantwortlich. Da, wo es angebracht ist, lernt es, wie man lernt. Es lernt nach und nach, sein Lernen selbst zu organisieren. Dabei werden in Lernvereinbarungen zusammen mit den Lehrern eigene Ziele gesetzt. In sogenannten Lerndialogen finden regelmäßig individuelle Gespräche der Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern über ihr Lernen und ihre Leistungen statt. Am Ende eines jeden Halbjahres gibt es sogenannte Entwicklungs- gespräche zwischen den Eltern, dem Schüler bzw. der Schülerin und dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin.
Im fünften Schuljahr arbeiten wir mit Wochenplänen, ab Klassenstufe sechs mit Pensenbüchern . Die Arbeit mit dem Pensenbuch bereitet gut auf die Arbeitswelt und das Studium vor: Azubis müssen dazu befähigt sein, von der Auftragsübergabe bis zur Erledigung weitgehend selbstständig arbeiten zu können. Studierende haben bessere Erfolgschancen, wenn sie ihre Arbeit über längere Zeiträume zu organisieren gelernt haben.

Zum selbstständigen Lernen eignet sich in besonderem Maße das Projektlernen im interdisziplinären Unterricht. Daher beschäftigen sich unsere Schülerinnen und Schüler in jedem Halbjahr über mehrere Wochen mit einem eigenen Projekt (z. B. Projekte Wald, Luft, Wasser, alte Berufe, Mittelalter). Durch praktisches Lernen wird das eigene Interesse eines jeden Schülers geweckt. Am Ende schreibt jedes Kind eine eigene Facharbeit über sein Spezialthema innerhalb des Projektes. Jeder Schüler stellt die Ergebnisse seiner Arbeit in einem Referat bzw. einer Präsentation vor der Klasse vor. Am Ende eines jeden Halbjahres findet ein Elternabend statt, zu dem alle Eltern und Verwandte einer Klassenstufe eingeladen werden. Auch hier stellen zwei bis drei Schüler oder Schülergruppen aller Parallelklassen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
Präsentationen vor der Klasse oder vor den Eltern dienen dazu, dass alle Schülerinnen und Schüler lernen, frei und sicher vor anderen aufzutreten und zu reden. Die Mitschüler bzw. die Eltern erfahren, was im Unterricht geleistet wurde. Durch das Interesse von außen werden die Schülerleistungen aufgewertet, das Lernen erscheint unseren Schülern sinnvoll, weil sich andere dafür interessieren.
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