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Qualität des Lernens
An unserer Schule findet Frontalunterricht regelmäßig nur noch im Fach Englisch statt. Ansonsten sind wir bemüht, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihr Wissen fast ausschließlich durch selbstständiges Lernen erwerben. Hierbei können sich die Schüler viel besser als beim Frontalunterricht über bestehendes und fehlendes Wissen klar werden und das Fehlende erarbeiten. Selbstständiges Lernen berücksichtigt unterschiedliche Begabungen, Lerntempi, Interessen und Neigungen. |
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Dabei dürfen und sollen Fehler gemacht werden. Wir wissen, dass wir dann erst zu lernen anfangen, wenn wir Fehler machen, wenn etwas nicht aufgeht, wenn Muster nicht mehr greifen.
Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Schülerinnen und Schüler genial sein können, wenn es um Lösungsstrategien geht. Wir wissen, dass Fehlerverbote Entwicklungsverbote wären. |
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In diesen selbstständigen Lernsituationen dürfen unsere Kinder also neugierig sein, Neues erforschen und ausprobieren. Das ist Lernen ohne Druck, unsere Kinder sind locker und entspannt und kommen lieber zu uns als in eine herkömmliche Schule, in der es permanent nur Leistungssituationen gibt, in denen sie durch den Lehrer einer ständigen Bewertung, mithin auch einem ständigen Druck ausgesetzt sind. |
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Nach dem Motto „Nur wer früh lernt, Verantwortung zu übernehmen, wird später sein Leben meistern“ ist jedes Kind unserer Schule für seinen eigenen Lernprozess verantwortlich. Da, wo es angebracht ist, lernt es, wie man lernt. Es lernt, sein Lernen selbst zu organisieren. Dabei werden in Lernvereinbarungen eigene Ziele gesetzt. In sogenannten Lerndialogen finden regelmäßig individuelle Gespräche der Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern über ihr Lernen und ihre Leistungen statt. Im fünften Schuljahr arbeiten wir dabei mit Wochenplänen, ab Klassenstufe sechs mit Pensenbüchern.
Zum selbstständigen Lernen eignet sich in besonderem Maße das Projektlernen im interdisziplinären Unterricht. Daher beschäftigen sich unsere Schülerinnen und Schüler in jedem Halbjahr über mehrere Wochen mit einem eigenen Projekt (z. B. Projekte Wald, Luft, Wasser, alte Berufe). Durch praktisches Lernen wird das eigene Interesse eines jeden Schülers geweckt. Am Ende schreibt jedes Kind eine eigene Facharbeit über sein Spezialthema innerhalb des Projektes. Jeder Schüler stellt die Ergebnisse seiner Arbeit in einem Referat bzw. einer Präsentation vor der Klasse vor. Am Ende eines jeden Halbjahres findet ein Elternabend statt, zu dem alle Eltern und Verwandte einer Klassenstufe eingeladen werden. Auch hier stellen zwei bis drei Schüler oder Schülergruppen aller Parallelklassen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. |
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Präsentationen vor der Klasse oder vor den Eltern dienen dazu, dass alle Schülerinnen und Schüler lernen, frei und sicher vor anderen aufzutreten und zu reden. Die Mitschüler bzw. die Eltern erfahren, was im Unterricht geleistet wurde. Durch das Interesse von außen werden die Schülerleistungen aufgewertet, das Lernen erscheint unseren Schülern sinnvoll, weil sich andere dafür interessieren.
Ausgiebiges Projektlernen hat zur Folge, dass einige Unterrichtsthemen des herkömmlichen Unterrichtes aus Zeitgründen wegfallen müssen. Der Gehirnforscher Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer von der Universität Ulm verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es nicht gut sei, viel „Kleinkram“ zu lernen. Unsere Gehirne seien vielmehr auf Verallgemeinerungsprozesse geeicht. |
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Daher müsse sich in der Schule das exemplarische Lernen durchsetzen. Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang darauf, dass in Finnland die Schüler im Alter zwischen neun und 15 Jahren im Jahresdurchschnitt einhundert Unterrichtsstunden weniger erhalten als ihre Alterskollegen in Deutschland. Dass Finnland dennoch PISA-Sieger wurde, beruhigt uns daher sehr. |
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