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Heterogene Klassen und individuelle Förderung
Das gemeinsame Lernen von Schülern unter- schiedlicher Begabung steht an unserer Schule im Vordergrund und wird von uns bewusst als Heraus- forderung angenommen. Unser diesbezügliches Motto lautet: So wenig Trennung wie nötig, so viel Gemeinsamkeit wie möglich. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen miteinander, aber auch voneinander lernen; sich mit ihren unterschiedlichen Stärken gegenseitig anregen und sich gegenseitig helfen. |
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In Deutschland stecken wir unsere Schüler in (scheinbar) homogene Schulsysteme und entlassen sie in eine heterogene Gesellschaft. Wir haben vergessen, welcher Reichtum in der Verschiedenheit steckt.
Daher bleiben bei uns alle Schülerinnen und Schüler vom fünften bis zum achten Schuljahr im Klassenverband zusammen. Erst ab Klassenstufe 9 findet eine äußere Differenzierung statt: Unsere H-Schüler bereiten sich ein Jahr lang intensiv auf ihren Hauptschulabschluss vor, die M-Schüler arbeiten zwei Jahre auf ihren Realschul- abschluss hin. |
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In unseren Klassen befinden sich demnach Förderschüler, Haupt- und Realschüler sowie fürs Gymnasium empfohlene Schüler.
Wenn sich all diese unterschiedlich begabten Kinder in einer Klasse befinden, dürfen wir Lehrer sie nicht mehr von ihrer defizitären Seite sehen, sondern müssen sie von ihren Potenzialen her betrachten. Eine Differenzierung im Unterricht ist unumgänglich.
Diese innere Differenzierung zeigt sich im Schwierigkeitsgrad der Aufgaben bei gleichem Thema; in der Menge des Unterrichtsstoffes; in den Unterrichtsmaterialien und in den Lernzugängen, die wir den Schülern aufzeigen. |
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Die Folge ist eine Mischung von Unterrichtsphasen mit gemeinsamen Inhalten (z. B. der Einführung in ein neues Thema) und mit getrennten Inhalten (z. B. in Übungs- und Vertiefungsphasen). Leistungsschwächere Schüler profitieren nunmehr vom Interesse und von der Hilfe der leistungsstärkeren und interessierteren Schüler, und dies auch in sozialer Hinsicht. Aber auch der gute Schüler profitiert von diesem System.
Die Nachfrage eines schwächeren Schülers zwingt den besseren Schüler zum Strukturieren des Sachverhaltes und hilft, das eigene Verständnis zu kontrollieren.
Wir haben herausgefunden, dass dieses Lehren die beste Form des Lernens darstellt. Weiterhin schult es beim besseren Schüler allgemein die Fähigkeit, selbst Wissen zu vermitteln, was wiederum von Vorteil für Teamarbeit, Präsentationen, Referate und Vorträge ist. |
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Der große Vorteil unseres pädagogischen Konzeptes liegt darin, dass der Lehrer durch das selbstständige Lernen nunmehr während der Unterrichtszeit große Freiräume erhält, die es ihm ermöglichen, den schwächeren Schülern selbst Hilfen zum Grundlagenverständnis zu geben und zudem die guten Schüler durch zusätzliche Themen mit komplizierteren Strukturen noch weiter zu fördern, was in den herkömmlichen Schulen meistens nicht geschieht.
Die Individualisierung ist der „Schlüssel“ unserer Pädagogik geworden. |
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